AMD Ryzen R9 3900X: Benchmarks mit SMT ein und aus sowie gegen Core i9-9900K

AMD Ryzen R9 3900X: Benchmarks mit SMT ein und aus sowie gegen Core i9-9900K

 

Zu Ryzen 3000 wurden mittlerweile einige Tests veröffentlicht und die Standardware kennt man bereits zur Genüge. Interessant sind daher eher spezialisierte Tests, die sich einem Thema widmen. So wie Techpowerup, wo man sich die SMT-Performance von Ryzen 9 3900 angeschaut hat.

Das normale Testprozedere zu Ryzen 3000 ist durch und man weiß, wie die Prozessoren einzuordnen sind. Hier und da tauchen aber immer wieder spezialisierte Tests wie nun der von Techpowerup auf, der sich einem einzelnen Thema widmet. Dort hat man sich der Frage gestellt, wie der Ryzen 9 3900X mit und ohne SMT skaliert und das gegen einen Core i9-9900K verglichen.

Der Ryzen R9 3900 ist ein 12-Kerner mit 24 Threads und 3,8/4,6 GHz, 105 Watt TDP sowie 64 MiByte L3-Cache. Nimmt man der CPU das SMT weg - also ein Betrieb mit nur noch 12 Kernen und 12 Threads -, dann kostet das bei Anwendungen 9,5 Prozent Leistung - errechnet aus einem Mix aus über 32 Benchmarks. Oder anders gesagt: SMT würde in dem Testfeld gerade einmal 10,5 Prozent bringen. Immerhin steht der Ryzen 9 3900X damit besser da als der Core i9-9900K. Das kommt nicht überraschend, weil Ryzen 3000 generell in Anwendungen gut dastand.

 

Woher kommt das? Gemittelt über das große Testfeld verschwimmt das Ergebnis hier, weil eben auch einige Anwendungen dabei sind, die klar von besserem Takt als von mehr Threads profitieren, und rechnet man dann die Ergebnisse zusammen, bleibt eben nicht mehr viel übrig, was für SMT spricht. Das ist natürlich immer abhängig vom Testfeld und vom Zeitpunkt - generell werden Anwendungen, die von Parallelisierung profitieren, auch zunehmend dafür optimiert.

 

Schaut man sich die Details an, bringt SMT bei MP3-Encoding erwartungsgemäß wenig und bei wPrime entsprechend viel. In der Summe ist es aber nach wie vor so, dass die meisten Anwendungen in einem Umfeld von 12 Kernen und 24 Threads nur noch überschaubar skalieren. In einem Umfeld mit der Konfiguration 4/8 mag das wieder anders aussehen.

Auch Spiele getestet

Bleibt noch ein Blick auf die ebenfalls getestet Spiele. Das sind 10 Stück in vier Settings, wobei 720p messtechnisch gesehen am interessantesten ist, weil potenziell am meisten CPU-limitiert. Da zeigt sich das Ergebnis, was man erwarten würde. Im Umfeld mit so vielen Kernen und Threads passiert da herzlich wenig. 2,2 Prozent verliert der Ryzen 9 3900X ohne SMT. Der Core i9-9900K ist in Spielen generell etwas flotter, aber 5 Prozent sind jetzt auch nicht zwingend ein großer Vorsprung. Auch hier gilt: Das Ergebnis ändert sich mit niedrigeren Kern- und Threadzahlen zugunsten von SMT. Und wie man den Ergebnissen entnehmen kann, gleicht mehr Grafiklast die Unterschiede aus. Unter UHD kann man fast schon von Messungenauigkeiten sprechen.

Was lernt man jetzt daraus? Wer so viele Kerne auf ein Problem wirft, wird im Schnitt wenig von aktiviertem oder deaktiviertem SMT merken. Die Anwendung muss schon explizit optimiert sein, um da einen Nutzen zu ziehen. Man lernt auch daraus, dass AMD seine Technik besser im Griff hat, denn SMT war beim ersten Zen und Spielen ein leidliches Thema, wenngleich damals maximal acht Kerne bereitstanden.

Stromverbrauch kann ein Thema sein

Einzig und allein beim Stromverbrauch könnte man vielleicht argumentieren. Unter Last in einem künstlich erzeugten Multithreadszenario lassen sich ohne SMT bis zu 26 Watt sparen. Meistens ist der Unterschied aber geringer, weil man selten alle Threads maximal auslastet und im Leerlauf oder bei Singlethread-Last spielen 2 Watt jetzt nicht die große Rolle.

 

Quelle: https://www.techpowerup.com/review/amd-ryzen-9-3900x-smt-off-vs-intel-9900k/


[SZ] Sauger03   13. September 2019    00:45    Allgemein    0    87

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